Friedenslicht

Auf der Suche nach Frieden So lautete das Thema des vorweihnachtlichen Friedensgebetes in der Pfarrei St. Stephan. Stadtpfarrer Wolfgang Häupl und ein Firmkandidat trugen das „Friedenslicht von Betlehem“, das Bischof Rudolf Voderholzer auch den Firmlingen der Pfarreiengemeinschaft Waldmünchen-Ast im Regensburger Dom überreicht hatte, in einer Laterne in die dunkle Pfarrkirche. Der Wortgottesdienst wurde mitgestaltet vom Chor Cantamo unter der Leitung von Sepp Platzer und Pastoralreferent Martin Kowalski. Stadtpfarrer Häupl begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher, darunter erfreulich viele junge Familien. Die Aktion Friedenslicht werde jedes Jahr wiederholt, weil die Flamme des Friedens in der Welt und in unseren Familien und Gemeinschaften immer wieder verlöscht, so der Geistliche. Dies spiegelten die vielen Konflikte, der Krieg in der Ukraine und in Israel, aber auch die täglichen Kleinkriege in Beruf, Schule, Straßenverkehr oder in Familien und Vereinen wider. Deshalb solle die Flamme des Friedens in den Menschen wieder neu entzündet werden. Martin Kowalski zeigte sich in einer sehr persönlichen Ansprache betroffen von den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen. Konflikte habe es zwar immer schon gegeben, aber noch nie in seinem bisherigen Leben seien sie für ihn so unmittelbar spürbar gewesen und gingen einem so nahe wie in diesen unruhigen Zeiten. Was noch mehr Angst mache, sei die Tatsache, dass Hass und Gewalt die Gesellschaft immer mehr auch von innen her bedrohe. Als „kleines Licht“ hat man nicht viele Möglichkeiten, die große Politik zu beeinflussen, aber „wir Christen besitzen eine mächtige Waffe, nämlich das Gebet“, so der Pastoralreferent. Nötig bei der Suche nach Frieden sei, bei sich selbst anzufangen, zufriedener zu sein sowie Geduld und einen langen Atem zu haben. Jeder Gottesdienstbesucher konnte diese Gebetsanregungen in einer Phase der Stille meditieren und seine ganz persönlichen Anliegen vor Gott bringen. Dabei zündeten die Gläubigen ihre mitgebrachten Laternen vom Friedenslicht von Betlehem an, um es nach Hause, zu Freunden, Nachbarn oder an die Gräber der verstorbenen Angehörigen zu tragen. Das Licht sei von der Geburtsstätte Jesu in Betlehem über viele tausend Kilometer und über Länder und Kontinente hinweg bis nach Waldmünchen gekommen, erklärte Stadtpfarrer Häupl. In der Lichtdanksagung verwies er auf Jesus Christus als Vorbild für einen konsequenten Friedensweg, dem jede und jeder folgen solle, damit Spaltungen, Terror, Ungerechtigkeit und Unterdrückung ein Ende nähmen. Zum Schluss bedankte sich der Geistliche beim Chor Cantamo, der die Friedensandacht mit einfühlsamen Liedern umrahmte, die die Zuhörer auf dem Weg auf Weihnachten hin begleiten sollten. Das Friedenslicht von Betlehem ist täglich während der Öffnungszeiten und Gottesdienste in der Kirche aufgestellt. Eigene mitgebrachte Kerzen und Laternen können davon angezündet und mitgenommen werden.